Wappen - Provinzler Angelmodde

Provinzler Angelmodde
Provinzler Angelmodde
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Wappen

Das Wappen

die provinzler angelmodde
Föderation für karnevalitisches Getue

Nach der Gründung der Karnevalsgesellschaft Provinzler im Jahr 1958 war das Jahr 1961 entscheidend für die gesamte Weiterentwicklung der Gesellschaft. Denn hier begannen die wichtigsten Gespräche, Anregungen und Arbeiten, die den Verein bis heute prägen. An dieser Stelle soll aber explizit von dem Wappen die Rede sein.

Unser damaliges Mitglied Günter Schmitz, Bildhauer und Goldschmied, war die treibende Kraft. Er wollte unbedingt unsere Karnevalswagen bei den Festumzügen in Münster und Wolbeck mit zwei Begleitern hoch zu Pferde anführen. Die Reiter sollten zünftige Landsknechts- Uniformen mit passenden Baretts tragen. Dazu war laut Schmitz aber eine eigene Standarte mit Vereinswappen erforderlich. Es ging ihm um die perfekte Präsentation der KG Provinzler – föderation für karnevalistisches Getue.

Dieses war ein Anlass für unser Mitglied Karlheinz Zimmermann, Künstler und Restaurator, sich intensiv  zu beraten mit dem Maler Theo Junglas, Vater des Gründungsmitglieds Peter Junglas, und dem Heraldiker Malleck aus Münster über Details und Gestaltungsmöglichkeiten unseres künftigen Wappens.

Theo Junglas hatte bereits die Fahne für die Freiwillige Feuerwehr Angelmodde entworfen. Ein Motiv dieser Fahne symbolisiert den Zusammenfluss von Werse und Angel, den sog. Wellengöpel.

Zimmermann erinnerte sich an die aus der Angelmodder Geschichtsforschung überlieferte Legende: Die Herren von „Angelmuhde“ residierten vor ca. 1000 Jahren in einer Burg an der Werse. Sie waren Lehnsherren des Bischofs von Münster. Das obere Drittel ihres Wappens zierten drei nach rechts schreitende Vögel – vermutlich Raben – auf gelbem Grund.

Karlheinz Zimmermann und Theo Junglas hatten die geniale Idee, für das Wappen der Provinzler die beiden Elemente Wellengöpel aus dem 20. Jahrhundert und die drei Vögel aus grauer Vorzeit zu vereinigen: eine Komposition aus Moderne und Tradition.

Die Farbgebung des Wappens solle gelb-rot sein, - in Anlehnung an das münstersche Bischofswappen – denn, wie oben bereits gesagt, die Herren von Angelmodde waren Lehnsherren des Fürstbischofs.

Als Karlheinz Zimmermann den Entwurf Günter und Elke Schmitz präsentierte, wurden die beiden sehr nachdenklich und äußerten Bedenken. Die Vögel seien zu „bürgerlich“ und zeigten außerdem keine karnevalistischen Züge. Sie schlugen vor, die Vögel als stilisierte Strichmännchen darzustellen.
Schmitz war gebürtiger Kölner. In Anlehnung an den Kölner Karneval, bei dem Gruppen in geschlossener Formation marschieren, sollten dem ersten Vogel als Anführer die beiden anderen als Fußvolk folgen. Die Idee mit den Strichmännchen konnte sich nicht durchsetzen. Aus den streng nach rechts schreitenden Vögeln wurde dann die lustig zwitschernde Variante, wie sie sich heute darstellt.

Diese oben beschriebenen intensiven Gespräche und Überlegungen führten schließlich unter der Federführung von Karlheinz Zimmermann zum endgültigen Entwurf, der durch Versammlungs-
beschluss zum Vereinswappen erhoben wurde.

Die Idee von Günter und Elke Schmitz ist nie ganz in Vergessenheit geraten. Die Vögel als Strichmännchen tauchen bis heute immer wieder in Plakaten, Orden und Entwürfen auf.

Im gleichen Jahr 1962 wurde unsere Standarte mit dem neuen Wappen angeschafft. Die Rückseite zeigt flächendeckende Rauten-Gesichter nach einem Entwurf des Gründungsmitglieds Peter Junglas.

Linus Aschenbroich fertigte nach eigenem Entwurf die Fahnenstange aus Metall und Holz. Elisabeth Zimmermann nähte Landsknechts-Kittel und Baretts für die Landsknechte, die nach der Idee von Günter Schmitz einige Jahre hoch zu Pferde die Standarte begleiteten.

Die Standarte mit dem Wappen wurde beim Sylvesterball der Provinzler im Jahre 1961/1962 in der Gaststätte Kinnebrock-Flothmann durch den damaligen Angelmodder Bürgermeister Josef  Lütke-
Twenhöven mit einem feierlichen Weihespruch als Insignien der KG Provinzler – föderation für karnevalistisches Getue, übergeben. Es unterblieb allerdings die offizielle Eintragung in die Satzung des Vereins.

Jetzt war es endlich soweit. Unter der Präsidentschaft von Bernhard Witte im Jahr 1962 konnte Günter Schmitz mit zwei landsknechtlichen Begleitern unsere Standarte mit dem Vereinswappen bei den Festumzügen in Münster und Wolbeck präsentieren.

Die rechtliche Sicherung von Vereinswappen:
Wappenkunst im heraldischen Sinne geht auf das 12. Jahrhundert zurück. Die Wappenkunde beschäftigt sich mit dem Aufbau und der Bedeutung der einzelnen Symbole. Um ein Wappen eindeutig erkennbar zu machen, sollte die Anzahl der Farben, Felder und Figuren möglichst gering sein.

Jede natürliche oder juristische Person darf heute nach Deutschem Recht ein eigenes Wappen wählen und führen. Es ist geschützt vor der willkürlichen Führung durch Andere – analog dem Namensrecht im Bürgerlichen Gesetzbuch.
Der Schutz erfolgt durch Eintrag in die Satzung des jeweiligen Vereins.


Ludwig Mädel, im September 2007

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